Mohrs Briefwechsel

Mohrs Kontakte zu Berühmtheiten der Zeit

Brief vom 16.5. 1937

Brief vom 16.5. 1937

Als Mohr sich Anfang der 1920er Jahre entschloss, hauptberuflich Schriftsteller zu werden, unternahm er mehrere Reisen nach Berlin. Auch anlässlich von Aufführungen seiner Stücke hielt er sich im Laufe der 20er Jahre immer wieder dort auf. Neben der Befriedigung seines Freiheitsdrangs und der Abwechslung von der Existenz in der Tegernseer Wolfsgrub dienten diese Reisen in erster Linie der Schaffung beruflicher Kontakte. Diese stellten sich nach den ersten Theatererfolgen wie Improvisationen im Juni bald ein und wurden teils zu Freundschaften. In literarischen Kreisen wurde Mohr als ebenbürtig wahrgenommen. Mohrs Briefwechsel ist ein Zeugnis seiner Beziehungen und spiegelt in interessanter Weise die Epoche wider.

Bekannte Literaten als Briefpartner Mohrs

Der literarisch bedeutendste Briefpartner Mohrs ist Thomas Mann (1875-1955), mit dem er eine Reihe von Schreiben wechselte. Heute noch bekannt ist außerdem der jüdische Romancier Bruno Frank (1887-1945), der mit Cervantes einen der besten historisch-biographischen Romane der Zeit schrieb, der Bayer Oskar Maria Graf (1894-1967), Autor von Wir sind Gefangene, der Österreicher Alexander Lernet-Holenia (1897-1976), der ebenso wie Mohr im ersten Weltkrieg damit begonnen hatte, Gedichte zu schreiben und der Autor des Hauptmann von Köpenick, Carl Zuckmayer (1896-1977). Eine Sonderstellung nimmt Mohrs Beziehung zu D.H. Lawrence ein, die sich ebenfalls in einem – teils auf Englisch geführten – Briefwechsel niederschlug.

Theaterleute

Brief an Käthe Mohr vom 8.9. 1935

Brief an Käthe Mohr vom 8.9. 1935

Mohrs Theaterkontakte bedingten außerdem Beziehungen zu Theaterleuten und Schauspielern, vor allem solchen, die in seinen Stücken mitwirkten. Am bekanntesten und bedeutendsten ist hier Heinrich George (1893-1946), der eine Hauptrolle in den Improvisationen im Juni spielte und Mohr zum Freund wurde sowie Paul Wegener (1874-1948) dem ähnliche Bedeutung für Mohrs zweiten großen Erfolg Ramper zukam und der auch die Hauptrolle in dessen Verfilmung spielte. Dazu kommen Briefe an die Leitungen zahlreicher bedeutender Theater, vom Schauspielhaus in Hamburg bis zum Wiener Burgtheater.

Briefwechsel mit Käthe

Ergänzt werden diese Briefe durch die Korrespondenz Mohrs mit seiner Frau Käthe. Diese betrifft nicht nur die zahlreichen Reisen Mohrs nach Berlin sondern vor allem auch die Jahre des Exils in Shanghai. Sie ist insofern deutlich umfangreicher, als man das bei einem Ehepaar vermuten würde.

Edition

2011 wird der Briefwechsel, der interessante Einblicke in das literarische Leben der Zeit ermöglicht, unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Florian Steger erstmals ediert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.