Romane (2), Erzählungen

Titelblatt von Die Freundschaft von Ladiz

Titelblatt von Die Freundschaft von Ladiz

Die Freundschaft von Ladiz

1931 erschien, zunächst als Fortsetzungsroman in der Kölnischen Zeitung, der Roman Die Freundschaft von Ladiz. Im selben Jahr folgte eine Buchausgabe bei Albert Langen / Georg Müller in München, 1932 eine weitere bei der Deutschen Buch-Gemeinschaft sowie eine Übersetzung ins Englische unter den Titel Philip Glenn; diese erschien 1932 bei Sidgwick & Jackson in London. Dies hatte mit dem Thema des Romans zu tun: Mohr arbeitet hier seine Freundschaft zu D.H. Lawrence auf, dem das Buch auch gewidmet ist. Im Mittelpunkt des Romans stehen der Alpinist und Geologe Xaver Ragaz sowie der Maler Philip Glenn. Ragaz hat der Zivilisation den Rücken gekehrt und sich in einem Dorf im Karwendelgebirge niedergelassen. Hier trifft er auf den berühmten, ebenfalls zivilisationsmüden Glenn. Ragaz und Glenn repräsentieren zwei völlig verschiedene Lebenswelten und stehen sich anfangs antagonistisch gegenüber. Nachdem sie sich jedoch als Brüder im Geiste, die eine gleiche, negative Sicht auf Zeit und Zivilisation eint, erkannt haben, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft.

Frau ohne Reue

Frau ohne Reue

Frau ohne Reue

Mohrs letzter zu seinen Lebzeiten erschienener Roman, Frau ohne Reue, erschien 1933 bei S. Fischer, unter dem Verlagsleiter Peter Suhrkamp. Er behandelt die Situation einer Frau zwischen der Einsamkeit der Berge und der Großstadt. In dem Gelehrten Paul Fenn, der hochfliegende Pläne nicht realisieren kann und schließlich bei einer Klettertour in den Alpen stirbt, hat sich Mohr selbst porträtiert. Man mag hierin das Anerkenntnis des eigenen Scheiterns als Literat sehen. Wenig später ging Mohr in der Absicht, wieder als Arzt zu arbeiten, ins Exil.

Das Einhorn

Im Exil in Shanghai schrieb Mohr an einem letzten Roman, Das Einhorn, der Fragment blieb. Das Manuskript wurde zusammen mit Briefen aus Shanghai Jahrzehnte später posthum veröffentlicht. Das Einhorn wird hier symbolisch verstanden: „Das Einhorn jagt und wird gejagt. Es jagt der Schöpfung immer wieder sein eigenes Leben ab, immer wieder nach jeder Vermischung. Und wird gejagt von jeder Kreatur, der nicht das gleiche glückt.“

Novellen und Erzählungen

Mohr in Shanghai

Mohr in Shanghai

Letztlich hatten alle Romane Mohrs finanziell gesehen nur geringen Erfolg. Etwas mehr Glück hatte er mit Novellen und Erzählungen, die er meist in Zeitschriften veröffentlichte, zu nennen sind etwa Der Gefreite H. (1928),  Fröhliches Ende eines Pessimisten (1931) und Der Engel mit dem roten Bart. Eine Geschichte aus dem bayerischen Gebirg (1932). Die Titelfigur in Letzterer weist enge Bezüge zu D.H. Lawrence auf. 1932 veröffentlichte Mohr auch das Hörspiel Bergkristall, eine Bearbeitung von Adalbert Stifters gleichnamiger Novelle.

Letztlich liegt die Hauptbedeutung Mohrs in seinen Theaterstücken, unter denen die Improvisationen im Juni und Ramper hervorragen. Auch seine Prosawerke sind aber eine Wiederentdeckung wert. Einige Romane wurden in den 90er Jahren wieder aufgelegt.